Elternvorträge

Lernen will gelernt sein! Lernexpertin Lucia Kotsch gibt 240 Eltern Tipps beim Vortrag „Das Lernen lernen“

Wenn Kinder in der Schule Probleme haben, dann liegt es oft nicht daran, dass sie überfordert sind. In den meisten Fällen müssen die Schüler nämlich erst einmal lernen, wie man richtig lernt. Lucia Kotsch vom LVB Lernen e.V. hat in ihrem Vortrag „Das Lernen lernen“ für die Grund- und Realschule in Wernau erklärt, auf was es beim Lernen ankommt. Rund 240 Eltern waren der Einladung des Gesamtelternbeirates der Wernauer Schulen in die Aula der Realschule gefolgt.

Von Anfang an band die Pädagogin das Publikum in den kurzweiligen Vortrag mit ein, in dem sie zum Beispiel die Hände der Zuhörer zu Fäusten ballen ließ. „Schauen sie mal, so groß ist ihr Gehirn! Ja, mehr ist das nicht.“ Anschließend glaubte sie in den Reihen verstohlene Blicke zu den Nachbarn zu entdecken. „Ich sehe schweifende Köpfe nach links und rechts, verbunden mit erleichterten, neidvollen und zufriedenen Gesichtsausdrücken.“, kommentierte sie launig ihre Beobachtungen.

Ganz wichtig sei beim Lernen das Wiederholen. Wer lernt und nicht wiederholt braucht eigentlich gar nicht zu lernen, so Kotsch. Das Gehirn arbeite äußerst ökonomisch und funktioniere wie eine große Lagerhalle. Stoff, der anscheinend nicht benötigt wird, werde wieder vergessen. Deshalb sei es wichtig, regelmäßig in der Lagerhalle Inventur zu betreiben, also das bereits Gelernte in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Kotsch hatte auch Beispiele und Tipps auf Lager. Beim 1x1 zum Beispiel lohne es sich die Reihen auszudrucken und an den Badspiegel zu heften. „Dann haben Sie vielleicht die Chance, dass sich ihr Kind am Tag drei Minuten damit beschäftigt und sich nicht nur im Spiegel anschaut.“, sagte Kotsch mit einem Augenzwinkern.

Zum Thema „Gelerntes merken“ hatte die Lernexpertin einen Rat für die Eltern: „Lassen sie ihre Kinder nach dem Lernen nicht gleich am Computer spielen oder Fernsehen“. Der Grund: Das Gehirn benötigt etwa 20 Minuten um das Gelernte zu verarbeiten und abzuspeichern. Wird es gleich mit schnellen Bildern und Action konfrontiert, bleibt das Gelernte nicht hängen.

Außerdem erläuterte die erfahrene Referentin und Grundschullehrerin, dass es verschiedene Lerntypen gibt. Und sie unterstrich: Die Einstufung in eine bestimmte Lerntyp-Gruppe habe nichts mit Intelligenz zu tun. Es gehe lediglich darum, dass jedes Kind auf andere Art Zugang zum Stoff erhält.

Nach dem zweistündigen Vortrag waren sich die Zuhörer einig: Es war eine gelungene und besonders unterhaltsame Präsentation zum Thema Lernen.